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Empfehlungen von Seiten Jugendschutz / FG Medienkompetenz

zur Mediennutzung durch Kinder und Jugendliche in Zeiten von Corona

Der Corona-Virus und die damit einhergehenden Massnahmen stellen Familien vor besondere Herausforderungen. Schülerinnen und Schüler lernen – weiterhin zumindest teils – per Fernunterricht und die Eltern arbeiten vermehrt im Homeoffice. Soziale Kontakte zu wichtigen Bezugspersonen sind eingeschränkt und viele Freizeitaktivitäten derzeit nicht möglich. Das Leben fokussiert sich in Zeiten von #StayHome auf das eigene Zuhause. All dies fordert das Familienleben und insbesondere die Eltern besonders heraus. Konflikte rund um die Nutzung von digitalen Medien können sich zuspitzen.

Die Eltern im Homeoffice

Arbeiten die Eltern im Homeoffice und verbringen den Tag daher für Kinder sichtbar vor dem Bildschirm ist es je nach Alter der Kinder schwierig, diesen zu erklären, dass die Eltern am Bildschirm ihre Arbeit von Zuhause aus verrichten und nicht etwa Spiele spielen oder surfen.  Abmachungen zu treffen, wann Mama oder Papa im Homeoffice gestört werden können, lohnt sich insbesondere vor wichtigen Online- und Telefonkonferenzen oder wenn man konzentriert arbeiten muss.

Empfehlungen für das Arbeiten im Homeoffice:

  • Bis zum Kindergartenalter ist es nötig, die Kinder direkt zu beaufsichtigen.
  •  Primarschule: Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern Regeln. Z.B. kann eine geschlossene Türe des Zimmers mit dem eingerichteten Arbeitsplatz das Signal dafür sein, dass der Elternteil derzeit konzentriert arbeiten muss und nicht gestört werden sollte. Bastelt man mit den Kindern ein „Bitte nicht stören“-Schild, sind die Kinder gleich aktiv miteingebunden.
  • Sekundarstufe: Treffen Sie klare Abmachungen. Beispielsweise, dass Ihre Kinder zeitgleich für die Schule arbeiten und Sie sich anschliessend austauschen und das Gelernte überprüfen können.

Mit dem Arbeitsplatz Homeoffice wächst die Erreichbarkeit und die Versuchung, jederzeit noch „schnell“ etwas Geschäftliches erledigen zu können. Feste Strukturen und Familienzeiten ohne digitale Medien – auch für die Eltern - sind für Kinder jedoch wichtig. Planen Sie daher weiterhin feste Zeiten für Frühstück, Mittag- und Abendessen ein und geniessen den Austausch mit den Familienmitgliedern ganz ohne Ablenkungen.

Gestaltung der Freizeit

Die Gestaltung der Freizeit findet derzeit stärker in den eigenen vier Wände statt. Wichtige soziale Kontakte wie z.B. zu den Grosseltern sind nur eingeschränkt möglich. Hier können Smartphone, Tablet oder PC ein gutes Medium sein, um Kontakte zu Freunden und Familien zu pflegen. Mittels Videokonferenz können Grosseltern, Götti/Gotta usw. den Kindern bei den Hausaufgaben helfen oder ihnen eine Geschichte vorlesen.

Da weiterhin Freizeitaktivitäten wegfallen, werden digitale Medien tendenziell häufiger genutzt. Als Orientierung für Eltern empfiehlt der Medienpädagoge Marcel Kaufmann vom Zentrum für Schulmedien Apps, mit welchen Kinder und Jugendliche sich kreativ betätigen können. Mit dem «Book Creator» können Comics und Geschichten geschrieben werden. Wer eher wissenschaftlich begeistert ist, kann mit der APP «Brain It On» die Schwerkraft zur Lösung von Aufgaben nutzen.

Sind die Kinder tier- und naturbegeistert, können mit der APP «NABU Vogelwelt» bei einem Spaziergang die heimischen Vögel bestimmt oder mit «Honigbiene VR» mittels Virtual Reality in das Leben der Honigbiene eingetaucht werden.

Konfliktthema Medien-Nutzungszeiten

Die Frage nach den Mediennutzungszeiten und v.a. deren Einhaltung führte bereits vor Corona in vielen Familien zu Unstimmigkeiten und Konflikten. Dies kann sich durch die veränderten Tagesabläufe und eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten nun noch verstärken.

Wichtig vorab: Jede Familie definiert die für sich und ihre Kinder passenden Regeln selbst. Diese können in Zeiten von Corona angepasst oder erweitert werden.

Sinnvoll ist es, auf bewährten Familienregeln aufzubauen. So sollte auch weiterhin auf die zuvor definierten medienfreien Zeiten (z.B. Frühstück, Mittag- und Abendessen, gemeinsame Freizeitaktivitäten, Lernzeiten) geachtet werden, damit die gewohnte Struktur beibehalten wird. Werden neue Regeln vereinbart, so sollten diese gemeinsam besprochen werden und können bspw. in einem Mediennutzungsvertrag festgehalten werden: https://www.mediennutzungsvertrag.de

Empfehlungen nach Alter[1]:

  • 0 bis 3 Jahre: Spielen und sprechen Sie mit dem Kind, schalten sie den TV aus bzw. legen ihr Smartphone zur Seite, wenn das Kind im Raum ist. Digitale Tools sollten Kleinkinder nur in Begleitung nutzen – geben Sie diese nicht aus der Hand.
  • 3 bis 6 Jahre: Beschränken Sie die Bildschirmzeit, nutzen Sie Medien gemeinsam und sprechen Sie in der Familie über das Gesehene. Kein Bildschirm zu Essenszeiten, vor dem Einschlafen oder um das Kind zu beruhigen.
  • 6 bis 9 Jahre: Verwenden Sie Bildschirme kreativ und erklären Sie Ihrem Kind das Internet. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was ins Internet gehört, dass Daten dort nie ganz gelöscht werden und warum man nicht alles glauben darf, was man sieht. Beschränken Sie den Zugriff auf Bildschirmmedien weiterhin zeitlich und auch örtlich. Im Schlafzimmer und Kinderzimmer haben Smartphone, Tablet, TV und PC nichts ­verloren.
  • 9 bis 12 Jahre: Diskutieren Sie gemeinsam, ab wann ein eigenes Mobiltelefon Sinn ergibt. Entscheiden Sie, ob es sich empfiehlt, dass Kind online noch zu begleiten, und sprechen Sie mit dem Kind darüber, was es online sieht und tut.
  • Ab 12 Jahren: Bleiben Sie verfügbar. Ihr Kind surft allein in dem von ihnen bestimmten Zeitfenster. Sprechen Sie über Downloads, Plagiate, Pornografie, Mobbing und ­Belästigung. Nachts sind WLAN und Handys ausgeschaltet.

Bei Kindern ab 10 Jahren empfiehlt es sich, ein Mediennutzungskontingent pro Woche zu definieren. Die Kinder lernen so, sich ihre Mediennutzungszeit selbst einzuteilen. Verschiedene Online-Spiele erfordern zudem eine längere Verweildauer, sodass es für Eltern wie auch Kinder einfacher umzusetzen ist, wenn an einem Tag auf das Gamen ganz verzichtet wird und dafür an einem anderen Tag – z.B. am Wochenende – länger gespielt werden darf.

Computerspiele

Online-Computerspiele sind in diesen Zeiten noch beliebter, da die Kinder und Jugendlichen sich nicht persönlich treffen sollen. Das Internet bietet bezüglich Coronavirus keine Gefahren, die Gefahr eines risikoreichen Konsums oder einer sich entwickelnden Abhängigkeit jedoch schon.

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind im Voraus eine klare Spieldauer. Wird diese nicht eingehalten, fordern Sie diese ein. Hilfsmittel wie einen Wecker zu stellen, ggf. mit einem Timer 10 Min vor Spielende und 1 Min vor Spielende, können hilfreich sein. Verzagen Sie nicht, wenn die Einhaltung der Regeln nicht immer zuverlässig klappt. Bleiben Sie am Ball und fordern Sie die Einhaltung der Regeln immer wieder aufs Neue ein.

Der Satz „Zuerst lernen, dann spielen“ trifft übrigens in diesem Kontext nicht zu. Es sollte mindestens eine Stunde Pause zwischen lernen / Hausaufgaben machen und dem Beginn eines Online-Games liegen, ansonsten ist das zuvor Gelernte schnell wieder vergessen. 

Spielt Ihr Kind immer öfter und immer länger, kann es den PC kaum mehr ausschalten, vernachlässigt andere Interessen und Verpflichtungen, verheimlicht das Spielen und reagiert zunehmend aggressiv, wenn es nicht mehr spielen kann, könnte dies ein Indiz für eine sich entwickelnde Abhängigkeit sein und Ihr erzieherisches Handeln ist wichtig.

Unterstützung:

Brauchen Sie Unterstützung? An folgende Adressen können Sie sich wenden:

  • Amt für Soziale Dienste, Kinder- und Jugenddienst: Tel. +423 236 72 72
  • Schulsozialarbeit: schulsozialarbeit.li, Tel. +423 799 40 81
  • Hotline des Schulamtes, Tel. 236 70 40

Im Weiteren finden Sie weitere nützliche Tipps auf nachfolgender Webseite: www.schau-hin.info

Hier finden Sie den Artikel als PDF zum download.


[1] Quelle: https://www.fritzundfraenzi.ch/medien/medienerziehung/die-neue-3-6-9-12-empfehlung-von-serge-tisseron