
«Game‑Changer»: Kampagne von SOS-Spielsucht warnt vor Sportwetten
Grosse Sportereignisse wie die anstehenden Weltmeisterschaften im Eishockey und im Fussball animieren viele Menschen dazu, vermehrt Sportwetten abzuschliessen. Vor allem junge Männer sind betroffen.
Und das Geschäft mit Sportwetten boomt. Die Bruttogewinne von Swisslos bei Sportwetten stiegen zwischen 2018 und 2024 von 21 auf 182 Millionen Franken. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Online‑Wettenden um rund 40 Prozent gestiegen. Doch gerade bei jungen Männern zeigen Untersuchungen aus der Schweiz, dass etwa zehn Prozent der Männer zwischen 15 und 24 Jahren ein problematisches Spielverhalten zeigen. Das entspricht rund 40’000 Personen in der Schweiz.
Oft handelt es sich um junge Menschen, die gerade erst ins Berufsleben starten. Sie verdienen ihren ersten Lohn und verfügen häufig noch über wenig finanzielle Erfahrung.
Die Folgen sind meist finanzieller Natur: Schulden, verspätete Rechnungszahlungen oder Schwierigkeiten, die Miete zu bezahlen.

Die Illusion der Kontrolle
Ein zentrales Risiko bei Sportwetten ist die Illusion, den Ausgang eines Spiels vorhersagen oder beeinflussen zu können. Dies wird durch Werbung der Anbieter zudem oft verstärkt. Dieser (Irr-)Glaube verleitet insbesondere junge Menschen dazu, auf schnelles Geld zu hoffen oder sogar davon zu träumen, vom Wetten zu leben. Tatsächlich ist das System jedoch so aufgebaut, dass langfristig die Anbieter profitieren.
Besonders betroffen sind Männer. Als Ursache gelten vor allem gesellschaftliche Rollenbilder, die Wettbewerb, Risikobereitschaft und Leistung stärker fördern. Zudem richtet die Glücksspielindustrie ihre Werbung gezielt an junge Männer und vermittelt den Eindruck, Sportwetten seien ein normales Freizeitverhalten. Die einfache Verfügbarkeit über Smartphones verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

Gruppendruck erhöht das Risiko
Auch die Dynamik in der Gruppe spielt eine wichtige Rolle. Jugendliche wetten häufig gemeinsam, erstellen Tippscheine zusammen oder spielen online als Gruppe. Dadurch beeinflussen sie sich gegenseitig und überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten.
Dies kann eine Spirale auslösen: Es wird häufiger gewettet, auf mehr Spiele gesetzt und höhere Risiken werden eingegangen – in der Hoffnung auf noch grössere Gewinne.

Die Gute Nachricht: Hilfe ist nur wenige Klicks entfernt
Ob online, telefonisch oder vor Ort, – die Angebote von SOS-Spielsucht sind jederzeit da und unterstützen entsprechend persönlichen Bedürfnissen. Anonym und kostenlos.




Empfehlungen für Eltern
Eltern sollten frühzeitig auf finanzielle Bildung setzen und den Zugang zu Wettplattformen im Blick behalten, etwa durch Sperrfunktionen auf Apps. Generell gilt es ein Interesse am Online-Verhalten der Jugend zu haben und über bedenkliche Aktivitäten im Austausch zu bleiben.
Homepage der Kampagne
